Man kann einen Ort besichtigen. Oder man kann ihm begegnen.

Berühren statt bloß informieren.

Ein Raum für alle

Adolphe Appia war ein Bilderstürmer. Er stieß die klassische Guckkastenbühne vom Podium, weil er ein lebendiges Theater wollte – eines, in dem Schauspieler, Tänzer und Zuschauer mitsamt Bühnenraum, Musik und Licht verschmelzen, bis die Grenze zwischen Akteuren und Publikum verschwindet.

Nach seiner Idee entstand vor über hundert Jahren im Festspielhaus Hellerau die erste Bühne ohne Vorhang und Kulissen. Spielfläche und Zuschauerraum waren nicht mehr getrennt, sondern ein einziger Raum – und in ihm kamen einige Festspielsommer lang Künstler aus ganz Europa zusammen: Paul Claudel, George Bernard Shaw, Hugo von Hofmannsthal, Oskar Kokoschka, Franz Kafka, Rainer Maria Rilke und auch Walter Gropius.

Eine Bühne ohne Vorhang ist eine Zumutung und ein Versprechen zugleich: Wer dabei ist, kann sich nicht mehr heraushalten.

Genauso verstehen wir eine Führung. Der Ort ist der Saal Appias, wir liefern keine Kulissen. Und wer mitgeht, sieht nicht bloß zu. Er fragt, widerspricht, entdeckt.

Wo Raum zur Erzählung wird

Wallpavillon im Zwinger Dresden, barocke Fassade mit Kuppeldach, umgeben von Bäumen

Zwinger, Wallpavillon, Dresden

„Das Denkmal im Denkmal“

Der Zwinger wirkt wie ein Prachtbau des Barock aus einem Guss. Das ist er nicht. Er wurde nie im eigentlichen Sinne fertig. Jede Epoche hat ihn neu erfunden: als Orangerie, Festkulisse, Museumsvorhof, Denkmal der Arbeiterklasse und Touristenziel.

2022 fanden Archäologen bei Ausgrabungen die Spitze der Mönchsbastion, einer Wehrmauer aus der Zeit um 1545. Unter dem, was wie ein fertiges Bauwerk aussieht und so ganz selbstverständlich da zu stehen scheint, liegt buchstäblich der Rest einer ganz anderen Stadt.

Diese Schichten legen wir frei, wenn wir über einen Ort sprechen. Die Fassade ist für uns nicht das Ende, sondern der Anfang: Wir lesen, was hinter ihr liegt, und was jede Epoche in sie hineingeschrieben hat.

Wer wir sind

Kunsthistoriker, Kuratoren, Erzähler

Porträt von Michael Brey vor einer Wand mit Frakturschrift-Zitaten
Michael Brey
Porträt von Nicole Brey vor einer Wand mit Frakturschrift-Zitaten
Nicole Brey

Neben den Führungen haben wir jahrelang Ausstellungen kuratiert zur Gartenkunst und Malerei des 19. Jahrhunderts, in Berlin, Cottbus, Bad Muskau und Brüssel. Diese Praxis prägt bis heute, wie wir arbeiten: Wir sichern jedes Detail ab wie für einen Katalog und fokussieren vor Ort auf die eine Geschichte, die zählt.

Fast zehn Jahre lang haben wir diese Erzählungen auch auf das Smartphone gebracht – mit einer eigenen Plattform für Audioguide-Apps, entwickelt für Städte, Kirchen und Schlösser. Wir haben dabei gelernt, wie viel Erzählung ein Ort trägt und wo die Technik mehr verspricht, als sie einlöst. Am Ende führte uns dieser Weg zurück an den Ausgangspunkt: zum gesprochenen Wort vor dem Original, im Gespräch mit Menschen, die nachfragen können.

Heute mündet unsere Recherche in Führungen und in DoubleTake, unseren Podcast und Blog zur sächsischen Kunst- und Kulturgeschichte. Gesprochen wird DoubleTake übrigens von Michaels digital geklontem Zwilling.

Vor Ort sind wir es dann selbst. Es geht uns nicht um die Vollständigkeit einer Chronik, sondern um die eine Geschichte, die gerade zu Ihnen und dem Ort passt, an dem Sie stehen.

Unsere Führungen durch Dresden und Sachsen buchen Sie direkt bei www.dresden-stadtfuehrer.de. Dort finden Sie alle Touren, Termine und Themen.

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